Für 2009 habt ihr sicherlich diverse Vorsätze gefasst – einer Meiner lautet, meine Investment-Strategie zu überarbeiten und an mein Leben anzupassen. Das ganze mache ich immer mal wieder, alle paar Jahre, um einfach auf dem Laufenden zu bleiben und zu schauen, in was es Sinn macht zu investieren und inwieweit meine Geld-Allokation noch passt.
Unter Geld-Allokation verstehe ich dabei die Verteilung auf die Kategorien:
- Sparbuch beziehungsweise Girokonto
- Tagesgeldkonto
- Festgeld
- Wertpapierdepots (Aktien-, Renten-, Immobilien-, Dachfonds)
Ein den nachfolgenden Artikeln werde ich die einzelnen Punkte nacheinander beleuchten und für jede Klasse eine, aus meiner Sicht, gute Verteilung aufzeigen und begründen (soweit es mir gelingt, versteht sich).
Falls sich jemand bisher noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt hat, nachfolgend ein kurzer Überblick über die Anlageformen, die ich besprechen werde. Dabei kann ich direkt versprechen, dass ich Derivate und Zertifikate nicht ansprechen werde. Da ich diese Anlageformen für relativ komplex und verwirrend halte, habe ich sie für 2009 aus meinem “Portfolio” gestrichen!
Sparbuch
Das Sparbuch wird bei einem Geldinstitut eröffnet und stellt einen Parkplatz für Geld dar. Das Geld wird am Bankschalter eingezahlt und abgehoben. Mit der Einzahlung stellt man der Bank das Geld zu Verfügung und erhält dafür Zinsen. Typischerweise sind diese Guthabenkonten nicht sonderlich gut verzinst.
Diese Anlageform eignet sich für Personen die hohe Sicherheit bei (quasi) garantierter Verzinsung wünschen. Im Falle von deutschen Banken ist das Geld über den Einlagensicherungsfonds “versichert”. Dieser sichert Sparer gegenüber Ausfällen von bis zu EUR 50.000 pro Person ab (soweit ich weiß). Das bedeutet, dass über alle Konten hinweg ein maximaler Betrag von EUR 50.000 versichert sind und im Falle einer Insolvenz zurückerstattet werden.
Normalerweise werden auf diese Konten meistens nur Einzahlungen getätigt und seltener Abhebungen. Ferner werden keine typischen Ausgaben darüber geleistet. Von daher können auch Überweisungen von Sparbüchern nicht geleistet werden.
Girokonto
Das Girokonto ist von seiner Bedeutung her die wichtigste Kontoform (für die meisten von uns). Über das Girokonto werden die täglichen Geldtransaktionen getätigt (Überweisungen von und auf das Konto, Daueraufträge, et cetera). Das Geld auf diesem Konto wird normalerweise von Banken nur schlecht (bis gar nicht) verzinst, da die Bank das Geld nicht für eigene Dispositionen zu Verfügung hat (Kredite und ähnliches) da das Geld darauf stark fluktuiert und damit für die Banken keine “Planungssicherheit” hat.
Auf dieser Kontoform richten Banken auch Dispositionskredite ein. Das sind kurzfristig eingeräumte Kredite um negative Kontostände auszugleichen. Da diese Kredite ungeplant auftreten können, ist es für die Banken relativ teuer, entsprechend Geld vorzuhalten. Daher sind die Überziehungszinsen, die zu zahlen sind, sehr hoch.
Tagesgeldkonto
Das Tagesgeldkonto ist eine gut verzinste Anlageform mit hoher Verfügbarkeit. Das Geld wird dabei von den Banken kurzfristig weiterverliehen und die darüber erzielten Gewinne in Form von Zinsen an die Kunden zurückgegeben. Von dieser Kontoform können keine Überweisungen getätigt werden, das Geld wird normalerweise darauf geparkt und nur auf ein Konto (das sog. Referenzkonto) zurück überwiesen.
Festgeld
Das Festgeld ist eine Form der kurz- bis mittelfristigen Anlage. Hierbei überstellt man der Bank für eine im voraus vereinbarte Zeitraum einen bestimmten Betrag und erhält dafür am Ende der Laufzeit Zinsen. Sowohl der Zinssatz als auch der Betrag wird im Vorfeld von der Bank bekannt gegeben. Zumeist gibt es Mindestanlagebeträge im unteren vierstelligen Bereich (> EUR 2.000).
Der Unterschied zum Tagesgeld und den anderen bisher angesprochenen Anlageformen ist die Verfügbarkeit. Für den Anlagezeitraum ist das Geld fix und man hat keine Möglichkeit, über es zu verfügen. Möchte man es trotzdem kann man das Festgeld kündigen, erhält allerdings auch keine Zinsen für die bereits abgelaufene Periode und muss teilweise noch Strafgebühren zahlen.
Wertpapierdepots
Diese Anlageform ist eigentlich keine Anlageform. Hierbei wird ein Depot (quasi ein Container) für Wertpapiere aller Wart bei einer Bank eröffnet. Der Kunde kann dann unterschiedliche Papiere in diesem Depot hinterlegen.
Das investierte Geld verzinst sich anhand der wirtschaftlichen Entwicklung der Investitionen, also
- der Gewinnausschüttungen der Unternehmen (Dividendenzahlungen) oder
- der Wertsteigerungen der Unternehmen (wirkt sich erst beim Verkauf der Papiere aus) oder
- der Mietsituation der Immobilien (in Form von Gewinnausschüttungen) oder
- der Situation der Renten
Rentenpapiere sind dabei noch eine Besonderheit. Diese werden normalerweise von Unternehmen oder Staaten herausgegeben. Diese haben eine bestimmte Laufzeit und einen bestimmten Verzinsung.
Ziel
Folgende Ziele habe ich bei der Finanzplanung im Auge:
- clevere Absicherung gegenüber kurzfristigem Kapitalbedarf
- eine Anlagestrategie für Ausgaben in der Zukunft, die aber planbar sind (Möbel, Hochzeit, et cetera)
- eine Strategie für späte Ausgaben, die noch nicht abschätzbar sind
Dabei betrachte ich das ganze für folgende Anlagehorizonte:
- kurzfristig (Geld wird ad hoc benötigt, es soll möglichst keine Risiken geben)
- mittelfristig (ein Anlagehorizont bis 3 Jahre mit einer soliden Rendite aber gewisser Wertstabilität)
- langfristig (ein Anlagehorizont ab 3 Jahren mit dem Fokus auf eine hohe Rendite. Kurzfristige Wertfluktuationen werden in Kauf genommen)
Das ganze lässt sich ganz gut in folgender Grafik widerspiegeln:
Zusammenfassung
Soviel erst mal zu den möglichen Anlageklassen. Im folgenden werde ich die einzelnen Klassen in Hinblick auf die zu erzielende Rendite beleuchten und persönliche Empfehlungen abgeben. Diese sind natürlich weder verbindlich noch müssen sie in irgendeiner Form “richtig” sein – es spiegelt nur meine eigene Erfahrung und Einschätzung wider.
PS: Das Foto am Artikelanfang stammt von 3rik@. Herzlichen Dank für die schönen Aufnahmen!