Neben dem Angebot an (kostenlosen) Diensten schießen auch immer mehr Kollaborationsdienste aus dem Boden (siehe hier, hier oder auch hier). Dabei geht es überwiegen um das gleiche: Austausch von Dateien über das Internet. Hier macht auch TeamDrive auf den ersten Blick keinen Unterschied.
Funktionen
Die Software ermöglicht den Austausch und die Synchronisation von Dateien über das Internet. Hierbei wird, analog zu Dropbox oder Live Mesh, das Dateisystem überwacht und Ordner, für die eine Synchronisierung konfiguriert wurde, mit dem Stand im Internet abgeglichen. Ändert sich eine Datei im Netz (und damit woanders), wird die Version automatisch synchronisiert und man hat den aktuellen “Stand der Dinge” auf dem System.
Der Vorteil der Lösung liegt auf der Hand und zeigt sich auch im Vergleich mit den anderen Diensten: Der Datenbestand ist in einer verteilten Umgebung transparent vorhanden und alle Beteiligten haben den gleichen Datenstand – soweit, so gut.
Dienste, wie Dropbox oder Live Mesh
haben aber ein Problem: kein kommerzieller Anwender, sprich: eine Firma, wird sicherlich diese Dienste in Anspruch nehmen, um ihre mobilen Mitarbeiter mit aktuellen Firmendaten zu versorgen! Das ist aus Datenschutzgesichtspunkten schließlich der Super-GAU.
Und hier spielt TeamDrive seine Stärke aus: Verschlüsselung über alle Wege hinweg und die Möglichkeit, private Server zu nutzen!
Sicherheit großgeschrieben
Die Sicherheitsarchitektur von TeamDrive, die auch vom unabhängigen Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holstein bestätigt wurde, sieht wie folgt aus:
- Verschlüsselung der Daten während des Transfers zum Synchronisation-Server
- Verschlüsselung der Daten auf dem Synchronisations-Server
- Verwendung von HTTPS zur Kommunikation mit dem Server (Premium-Version, bzw. als Zukauf-Option für die kostenfreie Variante)
Durch den Einsatz der üblichen Verdächtigen der Verschlüsselungsszene (SSL, AES, MD5) wird hier automatisch ein hohes Maß an Sicherheit sichergestellt. In der Standard-Konfiguration werden alle Daten mit dem TeamDrive-eigenen Server abgeglichen. Hierbei findet die volle Palette an Verschlüsselung statt.
Möchte man stattdessen einen eigenen Server betreiben, so ist dies sowohl in kostenlosen als auch in der kostenpflichtigen Version möglich. Die kostenlose Version verschlüsselt jedoch nicht den Verbindungsaufbau zum Server, sodass Passwörter unverschlüsselt übertragen werden. Die nachfolgende Kommunikation ist jedoch verschlüsselt.
Wer auch in der kostenlose Variante trotzdessen verschlüsseln möchte, kann dies als Zukauf-Option tun. Dann wird auch in der HTTPS-Kommunikation mit einem eigenen Server verschlüsselt.
Unterschiede kostenfreie vs. kostenpflichtige Version
Wie oben bereits kurz angedeutet, gibt es zwei Varianten. Die eine ist kostenfrei, die andere kostet ab 9,90€ im Monat. Der große Unterschied ist die automatische SSL-Unterstützung bei Verwendung eines eigenen Servers. Des weiteren bietet die kostenpflichtige Version auf den Team-Drive Servern selber 1GB Speicherplatz an, wohingegen die kostenfreie Version nur 100MB mitbringt.
Bei Fragen kann man als Kunde des kostenpflichtigen Clients auch den Telefonsupport in Anspruch nehmen, Anwender der kostenfreien Variante müssen mit dem Forum Vorlieb nehmen. Das Forum ist aber erfreulich aktiv und auch dort dürfte man in den meisten Fällen fündig werden.
Fazit
Der erste Eindruck der Software vermittelt einen guten Eindruck. Die Architektur ist auf Sicherheit ausgelegt, sodass sie auch für den geschäftskritischen Einsatz tauglich ist. Durch die unabhängige Untersuchung durch das ULD vermittelt das ganze einen deutlichen seriöseren Eindruck, als diverse andere Angebote im Netz, die ebenfalls “security and privacy” versprechen. Schon deshalb kann ich den Dienst nur empfehlen.
Da ich parallel auch Live Mesh und Dropbox im Einsatz habe, werde ich auch TeamDrive einem kurzen Test unterziehen und meine Erfahrungen mit der kostenfreien Variante an dieser Stelle schildern.